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Orthopädische Abteilung
Innere Medizin
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Orthopädische Abteilung der Birkle-Klinik Überlingen
Chefarzt: Dr.med. B. Ehmer

In der Orthopädischen Abteilung der Birkle-Klinik werden Patienten im Rahmen von Anschlußheilverfahren (AHB) und konservativen allgemeinen Heilverfahren aufgenommen. Das Therapiekonzept ist dabei prinzipiell unterschiedlich.

AHB
Anschlußheilbehandlungen erfolgen nach sämtlichen orthopädischen und traumatologischen Operationen mit folgenden Schwerpunkten:

  • Endoprothesen
  • Rekonstruktive Eingriffe an sämtlichen Gelenken
  • Umstellungsoperationen
  • Wirbelsäulenoperationen
  • Operationen von Tumoren des Bewegungsapparates
  • Rekonstruktive Eingriffe der Weichteile des Bewegungsapparates
  • Amputationen

Außerdem werden Verletzungen des Bewegungsapparates, speziell Gelenkverletzungen nach Polytraumen sowie Patienten nach peripheren neurochirurgischen Operationen nachbehandelt (keine Hirntumore, keine Schädel-/Hirntraumen).

Die Therapiekonzepte werden von den jeweils operierenden Kliniken vorgegeben und hier in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Operateuren umgesetzt. Den Therapiekonzepten ist gemeinsam, daß Störungen im Bewegungsapparat behandelt werden, die aufgrund morphologischer Veränderungen entstehen, welche auch die Belastbarkeit und die Mobilisierung als begrenzenden Faktor beeinflussen.

Das generelle Therapiekonzept ist darauf ausgerichtet, eine maximal mögliche Therapie, vorwiegend durch Krankengymnastik, Ergotherapie und medizinischer Trainingstherapie bis zur Grenze der vorgegebenen Belastbarkeit und der individuellen Belastungsfähigkeit anzustreben, um einen maximalen Therapieerfolg in einem minimalen Zeitraum zu erzielen, der die Aufenthaltsdauer möglichst kurz halten soll.

Dabei wird eine physiotherapeutische Therapiefrequenz von vier bis fünf Terminen am Tag, eine Ergotherapie von ein bis zwei Behandlungen am Tag und eine Trainingstherapie je nach Stadium des Trainingsaufbaues von drei bis sechs Terminen pro Woche angestrebt.

Die enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Kliniken wird durch gegenseitige Konsultationen, teilweise auch durch gemeinsame Ausbildungsgänge der jeweiligen Chefärzte und durch individuelle Rücksprache bezüglich einzelner Patienten gewährleistet. Bei Komplikationen, die ein chirurgisches Eingreifen erfordern, erfolgt eine entsprechende Rückverlegung in die operierende Klinik.

Bei amputierten Patienten erfolgt die orthopädie-technisch prothetische Versorgung optimalerweise hier im Haus. Nur so kann die Gewährleistungsregelung des Orthopädietechnikers, die gesetzlich vorgeschrieben ist, greifen und in Kooperation mit dem Ergotherapeuten, dem Physiotherapeuten und dem Sportlehrer sowie dem Orthopädieschuhmacher eine optimale Prothesenversorgung erfolgen. Neben der physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Behandlung erfolgt die notwendige Hilfsmittelversorgung zur Erlangung einer ausreichenden Selbständigkeit und ggf. eine Arbeitsplatzberatung sowie die Einschaltung des Rehabilitationsberaters der Rentenversicherer.

Die Voraussetzung für eine Aufnahme von Patienten zur Anschlußheilbehandlung ist eine ausreichende Belastbarkeit und Mobilität aufgrund des Allgemeinstatus. Rollstuhlpatienten werden nur begrenzt aufgenommen (amputierte Patienten, Patienten mit Polytraumen und Patienten mit Verletzungen oder Operationen im Bereich beider unterer Extremitäten). Dabei ist Ziel der hiesigen Rehabilitation einen Zustand zu erreichen, der die Benutzung eines Rollstuhles erübrigt.

Konservative, allgemeine Heilverfahren
Die Behandlung konservativer Heilverfahren im orthopädischen Bereich entspricht weitgehend der Behandlung von Schmerzsyndromen im Bewegungsapparat. Etwa 95 % aller Schmerzsyndrome beruhen auf Funktionsstörungen im Bewegungssystem und haben kein pathologisch-morphologisch relevantes Korrelat.

Das Therapiekonzept besteht in der primären Diagnose der Funktionsstörung des Bewegungsapparates, die sämtliche Strukturen umfaßt. Daneben werden neben der manual-medizinischen myofascialen Diagnostik nach Lewit, die eine Vielzahl von diagnostischen und therapeutischen Richtlinien umfaßt, auch Methoden aus der Osteopathie angewandt.

Aus der Diagnostik struktureller und funktioneller Störungen resultiert die Erstellung eines globalen Therapiekonzepts, durch das die therapeutische Strategie und das Behandlungsziel festgelegt werden.

Das Therapiespektrum umfaßt alle gängigen physiotherapeutischen Methoden, die innerhalb der sehr umfangreichen Physiotherapieabteilung durch abteilungsinterne Weiterbildung fest verankert sind.

Das Behandlungskonzept im Bereich der konservativen Heilverfahren liegt in einer möglichst intensiven, wohl koordinierten Behandlungsstrategie mit dem Ziel, daß der Patient eine Eigentherapie erlernt, die er zu Hause durch Absolvierung eines bestimmten Übungsprogrammes fortführen kann. Diese wird von unseren Physiotherapeuten erstellt, über Art und Weise der Erkrankung sowie der Funktionsstörungen und die therapeutischen Möglichkeiten bis hin zu Selbsthilfegruppen am Wohnort.

Qualitätssicherung
Im Rahmen eines intensiven Qualitätssicherunsmanagements werden durch strukturierte vorgegebene Untersuchungsverfahren, exakte Vorgabe von Therapieinhalten sowie sehr gründliche Untersuchungsmethoden die strukturellen und prozessualen Merkmale von Abläufen innerhalb der Klinik streng kontrolliert, wobei neben den üblichen externen Qualitätssicherungsmaßnahmen auch Methoden aus der Osteopathie sowie der myofascialen manuellen Medizin zur Kontrolle des Therapieerfolges dienen.